Nachlese: Denkwerkstatt Qualifikation 4.0

News 2017

„Mitarbeiter wachsen nicht auf den Bäumen.“
Christian Jacobs, qSkills™


Entscheidungsträger aus unterschiedlichen Unternehmen und Fachbereichen, aus IT, Security, Produktion und HR, haben sich am 18.05. in Nürnberg bei qSkills™ zur „Denkwerkstatt Qualifikation 4.0“ getroffen. Impulse gaben Michael Jochem, (Director Innovation Cluster Connected Industry, Robert Bosch), Elisabeth Bayer (HR-Leiterin, Siemens Healthineers) und Thomas Kasparbauer (Wertschöpfungssysteme, ROHDE & SCHWARZ).

Gemeinsames Ziel dieses interdisziplinären, moderierten Dialogs: Antworten und Lösungen auf drängende Fragen der Qualifikation von Mitarbeitern in Industrie 4.0 zu geben. Zu den Themen zählten u.a.:

  • Was müssen Mitarbeiter können?

  • Wie finde ich geeignete Mitarbeiter für Industrie 4.0?

  • Wie werden Arbeit und Aufgaben, z.B. Industrial Security, organisiert?

  • Was bedeutet das für Unternehmen in der Praxis?


Was hat zu dem Format der Denkwerkstatt geführt?
Experten sind sich einig: Passgenaues, digitales Know-how wird zum kritischen Pfad in Industrie 4.0 und Digitalisierung. Angesichts neuer horizontaler Wertschöpfungsketten und rasant zunehmender Vernetzung von Stakeholdern und Marktteilnehmern, ist interdisziplinäres Arbeiten – der Blick aufs Ganze und über den Tellerrand hinaus – das Gebot der Stunde. Das erforderliche Wissen wird breiter und reicht von IT- bis hin zu Produktionsthemen. Das gilt insbesondere auch für die Weiterbildung und Personal. Unterschiedliche Fachabteilungen und HR sind dabei involviert und sollten interdisziplinär zusammenwirken.

Bei derartig zukunftsentscheidenden Themen wie Industrie 4.0 sehen wir als innovativer Weiterbildungsanbieter, uns in der Pflicht, vorwegzugehen und Lösungen mitzugestalten und zu entwickeln. Deshalb die Denkwerkstatt.

Wenn man das Ergebnis knapp zusammenfassen müsste, wie lauten die Überschriften?
Ein ganz kurzes Fazit der Denkwerkstatt: „Im Mittelpunkt steht der Mensch“ und „es gibt keine „fertigen“ Mitarbeiter für Industrie 4.0“. Einig waren sich auch die Teilnehmer: Mitarbeiter sollten das „Ganze“ im Blick haben und in der Lage sein, die Wertschöpfungskette überblicken und verstehen zu können.

Experten werden künftig mehrere Rollen gleichzeitig ausfüllen. Sie müssen „Missionar“ sein und Mitarbeiter „mitnehmen“ können, „Politiker“ sein und Entscheider, die Geschäftsleitung „abholen“ können sowie „Freak“ sein und über Expertise in IT und Produktion verfügen.

Über das Fachwissen hinaus zeichnet sich erheblicher weiterer Veränderungsbedarf ab: Führung, Zusammenarbeit, Change, Organisation, Kommunikation, um nur einige der „Baustellen“ zu nennen.

Was bedeutet künftig das für die Qualifizierung von Mitarbeitern, insbesondere Experten?
Der Satz vom „lebenslangen Lernen“ erhält gerade im Umfeld von Digitalisierung und Industrie 4.0 neue Bedeutung. Digitales Know-how veraltet relativ schnell, regelmäßige Weiterbildung wird da zur Pflicht.

Und das Spektrum der geforderten Fähigkeiten wird breiter: Neben IT-Kenntnissen spielen auch zunehmend Produktions- und IT-Sicherheits-Wissen sowie Softskills eine Rolle. Insbesondere im Bereich der Sicherheit, in der Industrial Security, entstehen neue Anforderungen: Die zunehmende Vernetzung der Produktion, der verstärkte Einsatz von IT machen Industrie 4.0 verletzlich für Hacker-Angriffe. Experten für Industrial Security müssen einen guten Überblick über Wertschöpfungsketten, Prozesse, Stakeholder und Risiken haben. Für diesen Tätigkeitsbereich fordert die nationale Plattform Industrie 4.0 schon die Einführung eines eigenen ISO (Industrial Security Officer) mit entsprechenden Kompetenzen und übergreifendem Know-how.

Nicht nur Anlagenbetreiber, auch Hersteller werden zunehmend mit dem Security Thema konfrontiert sein. „Security by Design“ ist ein Stichwort. Letztendlich ist es wesentlich sicherer und auch preiswerter, Sicherheit schon bei der Planung und Entwicklung von Anlagen und digitalen Produkten angemessen zu berücksichtigen, als später umständlich zu flicken und unsicher nachzubessern. Das erfordert natürlich auch von den Planern und Entwicklern neues umfangreiches Wissen.

Wie wird es mit der Denkwerkstatt weitergehen?
Die Rückmeldungen der Beteiligten waren außerordentlich positiv. Als nächstes werden wir für die Teilnehmer eine Nutzergruppe zum weiteren kollegialen Austausch einrichten, die wir Stück für Stück ausbauen möchten. Die Denkwerkstatt als Ort des interdisziplinären Austauschs werden wir auch mit anderen Themen fortsetzen.

Pressekontakt:

Birgit Jacobs